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Rückblick 1990: Zitterfinale um Klassenerhalt

Mit nahezu unverändertem Team – nur Martin Kehse verließ den Verein – startete der VfL Eintracht in seine zweite Saison in der 2. Bundesliga. Und obwohl der Kader um Rückraumspieler Frank Mazur aus Wanne-Eickel, Heiko Fischer aus Halle, Volker van Oepen aus Schalksmühle sowie Frank Pauleck und Thorsten Schrotsberger aus der Reserve aufgestockt wurde, musste der Traditionsverein am eigenen Leib erfahren, dass das zweite Jahr für einen Neuling stets das schwerste ist. Nach einer eher durchwachsenen Hinrunde lagen die Wehringhauser mit 12:14 Zählern auf dem 7. Platz. Die zweite Halbserie der Meisterschaft entpuppte sich dann als echte Nervenprobe. Linkshänder Michael Altenbeck laborierte an einem Ermüdungsbruch im Fuß, musste über Wochen ersetzt werden, und Frank Mazur wechselte noch in der laufenden Saison zum Erstligisten Bayer Dormagen.

Von dreizehn Begegnungen in der Rückrunde konnten lediglich zwei gewonnen werden, alle anderen gingen – wenn auch teilweise knapp wie gegen LTV Wuppertal (21:23), Weiche-Handewitt (20:21) – verloren. Nach der 19:27 Schlappe gegen TuRu Düsseldorf waren das Team des scheidenden Trainers Andreas Osebold, der zur kommenden Spielzeit durch Michael Lohrmann (Teutonia Riemke) ersetzt werden sollte, zwei Spieltage vor Abschluss der Saison erstmals auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Aber es sollte noch schlimmer kommen: „Nach der zehnten Niederlage in Folge, dem 23:27 bei GWD Minden, wird beim abstiegsbedrohten Zweitligisten VfL Eintracht Hagen der Rechenschieber eifrig hin und her bewegt, denn erst im letzten Saisonspiel gegen den Bramstedter TS fällt die Entscheidung um den Klassenerhalt. Bei einer Heimniederlage wäre das Osebold-Team nicht mehr zu retten, während ein Hagener Sieg oder ein Remis – bei einem gleichzeitigen Punktgewinn des OSC Dortmund beim Tabellenführer Hameln – ein Relegationsspiel gegen den Südzwölften Heppenheim nach sich ziehen würde. Der Idealfall wäre für Altenbeck & Co eine Dortmunder Niederlage sowie ein gleichzeitiger Erfolg über das Schlusslicht aus Norddeutschland”, brachte der Hagener Stadtanzeiger den Ernst der Lage auf den Punkt.

Das Abstiegsgespenst im Nacken, war Glücksgöttin Fortuna den stark gefährdeten Wehringhausern dann im entscheidenden Moment gut gesonnen. Das fast schon in unerreichbare Ferne gerückte, rettende Ufer konnte dank der Schützenhilfe aus Hameln (der Meister hatte sich vor heimischen Publikum gegen Dortmund keine Blöße gegeben) und eines hart umkämpften 24:18 Erfolges über den Bramstedter TS doch noch erreicht werden.

„Mit diesem schwer erkämpften Sieg hat der VfL Eintracht Hagen noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen! Die 1.200 Zuschauer in der ausverkauften Ischelandhalle standen wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft, waren auch in kritischen Situationen eine große Hilfe für die Gastgeber… Bis zur 46. Minute war alles offen, dann leistete sich Bramstedts überragender Spielmacher Mijatovic beim Stande von 18:17 für Hagen ein rüdes Foul an Altenbeck und sah … die rote Karte. Der VfL nutzte seine Chance, baute den Vorsprung durch Kleinschmidt, Kautschicas und Altenbeck kontinuierlich aus”, schilderte die Westfälische Rundschau ihre Eindrücke von der alles entscheidenden Zitterpartie zum Saisonkehraus, die dem VfL Eintracht um Jonas Kautschicas (102 Tore), Olaf Mast (78/25), Volker Lippe (86/1), Detlef Matthäi (24), Frank Kleinschmidt (24), Michael Altenbeck (79/7), Siegfried Eckhardt (9), Marko Gross (49/20), Frank Pauleck (11), Frank Mazur (18/2), Volker Wulf (1), Heiko Fischer (1) sowie die Torhüter Andreas Brenken und Peter Fischer doch noch ein nicht mehr geglaubtes drittes Jahr in der 2. Bundesliga garantierte.

Und die Westfalenpost machte nach dem „happy end” am Ischeland deutlich: „Von einem Abstieg hätte sich Handball-Zweitligist VfL Eintracht Hagen finanziell und sportlich nur schwerlich erholt. Deshalb verdient die Mannschaft mit ihrem Trainer Andreas Osebold eine besondere Hochachtung.”

Setzt schwungvoll zum Sprungwurf an: Siegfried Eckhardt, der neun Jahre für den VfL Eintracht in der Regionalliga und zweiten Bundesliga auf Torjagd ging.

 

Linksaussen Frank Kleinschmidt ging bereits als 17jähriger in der Regionalliga-Mannschaft auf Torejagd. Hier zieht Frank gegen Tabellenführer GWD Minden (30:22) 1994 dynamisch zum Tor.

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