Grün-Gelbe erreichen souverän ihr Saisonziel

Äußerst erfolgreich endete die Spielzeit 2017/18 für die Handballer des VfL Eintracht Hagen in der 2. Bundesliga. Die Mannen von Cheftrainer Niels Pfannenschmidt sicherten sich bereits fünf Spieltage vor Serienende den Klassenerhalt – und erreichten damit souverän ihr Saisonziel. Am Ende verbuchten die Grün-Gelben 34:42 Punkte auf ihrem Konto, gleichbedeutend mit Platz zwölf im Gesamtklassement. Damit war die Mannschaft von der Volme mit einem Zähler weniger als der HC Elbflorenz 2006 zweitbester Aufsteiger.

Die Jungs können stolz auf ihre Leistung sein – ich bin es auch.

„Die Jungs können stolz auf ihre Leistung sein – und ich bin es auch“, betont Pfannenschmidt. Dabei gefällt ihm vor allem der Blick auf die Rückrundenstatistik: Hier belegt der VfL Platz acht, punktgleich mit dem Siebten TuSEM Essen. Ähnlich wie sein Trainer bewertet Kapitän Sebastian Schneider die Spielzeit: „Ich denke, dass wir eine überragende Saison gespielt haben. Trotz des ganz schwachen Starts sind wir verdient in der Liga geblieben. Und die Rückrundentabelle zeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.“

 

Kapitän Sebastian Schneider und Co. können auf eine „überragende Saison“ (Schneider) zurückblicken. (Foto: Marcel Schweppe)

 

Mit diesem positiven Ausgang war zu Beginn der Spielzeit aber keineswegs zu rechnen. Die ersten sieben Spiele gingen verloren, die „Rote Laterne“ blieb lange in Händen der Hagener. Allerdings belegten die Gegner nach sieben Spieltagen die ersten sieben Plätze in der Tabelle, ein Beleg für deren Qualität. Hinzu kam, dass die Eintracht nach dem geglückten Wiederaufstieg einen enormen personellen Umbruch vollzog. Sechs Abgängen standen acht Neuzugänge gegenüber – verständlich, dass Pfannenschmidt immer wieder um Zeit für seine neuformierte Truppe bat.

Pokalspiel weckt hohe Erwartungen

„Der schwache Start hing sicherlich mit vielen Faktoren zusammen. Die acht Neuzugänge waren hierbei sicherlich das größte Kriterium. Die Abläufe haben zu Saisonbeginn noch nicht zu 100 Prozent gestimmt, dazu muss man auch schauen, wo man steht. Mit dem Super-Pokalspiel (Anm. d. Red.: Der VfL Eintracht unterlag dem SC DHfK Leipzig denkbar knapp in der Schlussphase) gegen Leipzig haben wir vielleicht zu hohe Erwartungen geweckt. Wir brauchten aber noch Zeit für die Entwicklung als Team, für die vielen jungen Spieler“, resümiert Schneider.

Bis in den Dezember rangierten die Hagener trotz stärker werdender Leistungen auf einem Abstiegsplatz, ehe vor heimischer Kulisse am zweiten Weihnachtstag der Knoten platzte. 31:28 bezwangen Kapitän Schneider und Co. den Favoriten trotz eines 13:17-Rückstandes zur Halbzeit – ein Schlüsselerlebnis für die junge Mannschaft, die nun noch enger zusammenrückte und sich mit einem Erfolg in die Pause verabschiedete.

Entscheidende Winterpause

„Die Winterpause war für uns entscheidend. In dieser Phase haben wir sehr gut zusammengearbeitet und einige entscheidende Kleinigkeiten geändert“, erinnert sich Pfannenschmidt. So verfeinerte der Ostwestfale mit seiner Mannschaft die 6:0-Abwehr, deren Abstimmung in der Saisonvorbereitung unter Verletzungen von den Neuzugängen Dominik Waldhof und Tilman Pröhl gelitten hatte. „Danach haben wir einen deutlich stabileren Innenblock hinbekommen, dazu haben wir die zweite Phase und das Gegenstoßspiel umgestellt“, analysiert Pfannenschmidt.

 

In der Winterpause drehte Cheftrainer Niels Pfannenschmidt mit seinen Mannen an einigen Stellschrauben – mit beachtlichem Erfolg. (Foto: Marcel Schweppe)

 

So war nun Spielmacher Sören Kress häufiger Bestandteil der Abwehrformation, trieb immer wieder den Ball schnell nach vorne. Dieses „Drehen an Stellschrauben“, wie Pfannenschmidt es beschreibt, sollte essentiell für den Erfolg seiner Farben sein – wie etwa die Statistik der Handball Bundesliga (HBL) belegt: Hiernach waren die Hagener die viertbeste Mannschaft im Gegenstoß. „Das war in der Hinrunde nicht unbedingt unsere Stärken“, unterstreicht der Trainer mit Blick auf die positive Entwicklung.

Viele Highlights in der Rückrunde

Es folgten etliche Highlights, etwa der Sieg bei Erstliga-Absteiger HBW Balingen-Weilstetten, Siege vor heimischer Kulisse gegen den Tabellen-Dritten VfL Lübeck-Schwartau oder das Spitzenteam der HSG Nordhorn-Lingen. Hinzu kamen denkbar knappe Niederlagen beim souveränen Meister Bergischer HC oder dem ebenfalls aus der „stärksten Liga der Welt“ abgestiegenen HSC 2000 Coburg. „Wir waren fast überall nah dran, das war schon beeindruckend“, reflektiert der Trainer.

Die „enorme Entwicklung“, die Pfannenschmidt stolz hervorhebt, ist umso erstaunlicher, da dem VfL im Laufe der Saison einige Säulen verletzungsbedingt wegbrachen. So erwischte es Jan-Lars Gaubatz bereits am vierten Spieltag mit einem Kreuzbandriss. Wegen eben dieser Verletzung verpasste Julian Renninger die letzten elf Spiele. Und auch Bartosz Konitz musste im Saisonendspurt einige Male passen – oder war nur begrenzt einsatzfähig.

Verletzungen waren nie ein Thema bei uns. Wir haben immer Lösungen gefunden.

„Verletzungen waren trotzdem nie ein Thema bei uns. Wir haben es mit unserem System und unserer Geschlossenheit immer geschafft, das zu kompensieren, haben immer Lösungen gefunden“, freut sich Pfannenschmidt rückblickend. Die Geschlossenheit sieht der 44-Jährige auch als „großes Plus, einen echten Faustpfand“ für die kommende Spielzeit an. „Die Entwicklung als Mannschaft, aber auch der einzelnen Spieler, stimmt mich zuversichtlich. Das können wir mit in die neue Saison nehmen“, hebt der Ostwestfale hervor.

Mahncke, Mestrum und von Boenigk – die Statistik-Spitzenreiter

Und dann ist da noch das Torwart-Duo, das 2018/19 aus Nils Dresrüsse und Tobias Mahncke besteht. „Sie dürften eins der stärksten Gespanne der Liga sein – daher hoffe ich darauf, dass das unser riesiges Plus sein wird“, erklärt Pfannenschmidt. Mahncke war bereits in dieser Spielzeit der Fels in der Brandung, beendete die Saison laut der HBL sowohl bei den Gesamtparaden (351) als auch bei den abgewehrten Siebenmetern (28) auf dem vierten Platz. Die in der Rückrunde stark verbesserte Defensiv-Arbeit half dem Keeper dabei, in einigen Spielern beinahe unüberwindbar zu wirken.

 

„Immer wieder Mahncke“ hieß es bei etlichen Siegen des VfL Eintracht, bei denen Torhüter Tobias Mahncke seinen Kasten regelrecht zumauerte. (Foto: Marcel Schweppe)

 

Eindeutiger Beleg für die Ausgewogenheit im Eintracht-Kader ist indes die Torverteilung: Daniel Mestrum landete mit 149/23 Toren in 37 Spielen auf Platz 26 der Torschützenliste. Zwei Plätze dahinter folgte Sören Kress (38 Spiele, 146/36 Tore). Der beste Hagener Feldtorschütze Jan von Boenigk beendete die Saison als 34. (37 Spiele, 134 Tore).

Als Mannschaft rangierte der VfL in der Offensive mit 1010 Toren auf Platz zwölf, 1074 Gegentore bedeuteten defensiv indes Rang 16.

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