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Stimmen zum Spiel gegen die DJK Wölfe Rimpar

Nach einer herausragenden Defensivleistung mit einem erneut unglaublich starken Tobias Mahncke (30) dahinter feierte Handball-Zweitligist einen Sieg über den Vorjahres-Fünften DJK Wölfe Rimpar. Diesmal gab es die Pizza allerdings nicht im Bus, sondern im heimischen Il Lago an der Enervie Arena, wo die Grün-Gelben den zweiten Erfolg in Serie nach dem Spiel feierten.

Erstmals seit der schweren Achillessehnenverletzung von Milan Weißbach (26) kam Thomas Rink (21) länger zum Zug – und überzeugte in Abwehr wie Angriff so sehr, dass er nach dem Schlusspfiff ein Extralob seines Trainers Lars Hepp (37) kassierte. Der hoch gelobte Kreisläufer freute sich über die Blumen, war aber selbst bei der Einschätzung seiner Leistung voll des Lobes für seine Nebenleute: „Die Mannschaft hat es mir natürlich sehr leicht gemacht, mir sind von meinen Mitspielern die nötigen Räume am Kreis geschaffen worden, so dass ich meine Treffer erzielen konnte.“ Schmunzelnd antwortete er auf die Rückfrage, ob sein „Rahmen“ mit zwei Metern und rund 100 Kilogramm auch etwas damit zu tun haben könnte: „Ja, das hat vielleicht auch ein bisschen geholfen. Aber in erster Linie danke ich meinen Mitspielern.“

Weiter steil nach oben zeigt die Formkurve von Fannar Þór Friðgeirsson (28), der essentiellen Anteil an der hervorragenden Abwehrleistung der Eintracht hatte, aber auch im Angriffsspiel immer weiter aufblüht. Komplimente reichte er aber ebenfalls direkt an die Kollegen weiter. „Das war wie in der Vorwoche eine richtig gute Mannschaftsleistung, die Abwehr war richtig stark. Nach 45 Minuten nur zehn Gegentore bekommen, das ist ein sensationeller Wert, auch dank Tobias Mahncke.“ Ein Dorn im Auge war dem Spielmacher verständlicherweise die letzte Viertelstunde des Spiels: „Wir haben in dieser Phase leider unser Konzept etwas verloren, unnötige Würfe genommen, unsere Chancen nicht so bis zum Ende herausgespielt, wie vorher. Das ist dann leider gefährlich geworden, wir haben Rimpar noch einmal ins Spiel eingeladen.“ Wichtig war dem Isländer aber zu betonen, dass „wir dann noch einmal richtig Charakter gezeigt und kühlen Kopf bewahrt haben – und das Spiel letztlich sicher und verdient gewonnen haben.“ Zu seiner eigenen Leistung ließ er sich nur entlocken, dass „die ersten Wochen nicht einfach“ waren, wegen vieler äußerer Umstände. Aber, ganz gemäß seines bescheidenen Naturells: „Das ist für mich aber keine Entschuldigung, man muss immer seine Leistung bringen. Heute bin ich ganz zufrieden.“

Für Rinks Kreisläufer-Kollegen Julian Renninger (21) war der zweite Abschnitt, den er überwiegend auf der Bank verbrachte, eine ähnliche Achterbahnfahrt wie sie Trainer Hepp nach dem Schlusspfiff schilderte. Dabei zeigte sich der Vize-Kapitän kritisch-analytisch: „Wir kommen gut aus der Halbzeit, und eigentlich muss das der Knackpunkt des Spiels sein. Rimpar wirft fast 14 Minuten kein Tor – und dann werfen wir selbst zehn Minuten keins. Das ist dann schon eine schwierige Situation. Das müssen wir auch besser lösen, denn wenn wir da den achten oder neunten Treffer vorlegen, dann kommt Rimpar auch nicht mehr zurück ins Spiel.“ Gespannt wartet Renninger auf die Situation, wenn sein VfL vor einem Wochenendspiel ebenfalls unter der Woche antreten muss. „Das wird uns auch noch blühen, dann werden wir sicher auch merken, was das bedeutet.“ Voll des Lobes zeigte er sich hinsichtlich der Abwehr- und Torwartleistungen auf beiden Seiten: „Bei Max Brustmann wussten wir vorher, was uns erwartet, er war ja nicht ohne Grund in der vergangenen Saison der beste Torwart der zweiten Liga. Und auch, dass die Deckung schwer zu spielen ist, war klar. Da ist alles sehr kampfbetont und physisch. Tobias Mahncke gibt uns dann aber mit diesen Extra-Bällen, die er mehr gehalten hat, den entscheidenden Schub. Das ist das, was wir brauchen.“

Abwehrstratege Pavel Prokopec (35) freute sich, dass es in seiner „Paradedisziplin“ auch endlich eine Leistungsexplosion des VfL gab, nachdem in den ersten Wochen die Defensive das Sorgenkind war, während Angriff sowie Über- und Unterzahlspiel bestens funktionierten. „Die Abwehr war heute ausschlaggebend. Rimpar spielt ein sehr kampfbetontes Spiel, das haben wir heute von der ersten Minute angenommen. Bis zur 25. Minute haben wir gegen so einen starken Gegner nur sieben Tore kassiert. Die Abwehr war gut, dann ist es auch einfacher für Tobias Mahncke. In der zweiten Halbzeit schaffen wir es über die Abwehr in die Gegenstöße und ins Tempospiel zu gehen, es steht 17:10, alles ist super.“ Den folgenden Einbruch wertet der Tscheche nüchtern: „Sie sind mit den zwei Kreisläufern zwar besser ins Spiel gekommen, aber wir sind in dieser Phase vorne auch nicht mehr so kaltschnäuzig wie vorher und lassen sie bis auf einen Treffer herangekommen – und gewinnen letztlich nach Zeitstrafen gegen Rimpar, weil wir die Überzahl gut nutzen und weil wir über 60 Minuten kämpfen.“ Die Chancen bei der HSG Nordhorn-Lingen bewertet das Rückraum-Ass wie folgt: „Wenn es uns gelingt die Abwehr genauso auf die Platte zu bringen wie heute, genauso aggressiv und gemeinsam als Mannschaft auftreten, auch vorne, dann haben wir auch wieder gute Chancen. Aber wir dürfen natürlich keine Fehler machen, weil Nordhorn sehr schnell nach vorne spielt und in einer Situation steht, in der sie nach der Niederlage in Essen eine Reaktion zeigen müssen. Das kann aber auch unsere Chance sein.“

Kapitän Jens Reinarz (33) zeigte sich mit dem Start seiner Farben mit 6:4 Punkten in die Saison sehr zufrieden: „Nach fünf Spielen ist das für einen Aufsteiger völlig in Ordnung, zumal wir nun bewiesen haben, dass wir in der Liga angekommen sind.“ Bei der detaillierteren Bewertung des Rimpar-Spiel unterstrich er, dass das „Spiel sehr intensiv“ war, „außerdem waren beide Torhüter sehr gut. Wobei wir ihm mit unserer sehr guten Deckung auch ein paar Bälle gegeben haben, so hat der Rimparer Haupttorschütze nur einen Treffer erzielt.“ Perspektivisch möchte der Führungsspieler aus der Partie mitnehmen, „dass wir auch gegen Spitzenmannschaften mithalten und sie sogar schlagen können. Aber wir müssen auch die zehn Minuten mitnehmen, in denen sie uns mit ein paar kleinen Umstellungen aus dem Konzept bringen. Das darf uns nicht passieren. Da müssen wir uns schneller drauf einstellen. Sehr positiv war aber, dass wir die Ruhe und die Punkte in Hagen behalten haben.“ Etwas enttäuscht zeigte sich der Linksaußen ob des Zuschauerzuspruchs – 500 Besucher vermeldete der Verein gegen die Wölfe, bislang Saison-Minuswert, trotz der Qualität des Gegners: „Ich hoffe, dass zu den nächsten Heimspielen deutlich mehr Zuschauer kommen.“

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