VfL Eintracht Hagen – EHV Aue 34:35 (18:15)

Typischen Abstiegskampf gepaart mit etlichen Kuriositäten und einem bitteren Ende für die Gastgeber bekamen die 555 Zuschauer in der Arena am Ischeland zwischen dem VfL Eintracht Hagen und dem EHV Aue zu sehen. Lange Zeit sahen die Grün-Gelben wie der sichere Sieger aus, nur um am Ende mit leeren Händen dazustehen. Ein vergebener Siebenmeter von Sören Kress mit dem Schlusspfiff beendete die Hoffnungen des VfL, am Ende doch noch einen Punkt in der Arena am Ischeland zu behalten. Damit rutscht die Eintracht am letzten Hinrundenspieltag wieder auf einen Abstiegsplatz, während die Mannschaft aus dem Erzgebirge ihre Serie auf vier Siege in Folge ausbaute.

Tragischer Held: Sören Kress erwischte einen echten Sahnetag, vergab aber nach abgelaufener Spielzeit den Siebenmeter zum Ausgleich. (Foto: Michael Kleinrensing)

Bezeichnend, dass mit Kress nicht nur der wohl stärkste Hagener neben Vize-Kapitän Julian Renninger den Siebenmeter verwarf, sondern wie. Zunächst musste Kress die verbliebene Sekunde von der Uhr laufen lassen und noch einmal an die Linie treten. Seine erste Täuschbewegung war derart überzeugend, dass Robert Wetzel postwendend auf dem Hosenboden saß. Trotz des beinahe komplett freien Tores wollte der neun Mal erfolgreiche Spielmacher auf Nummer sicher gehen und einen festen, präzisen Wurf abfeuern – scheiterte damit aber an der Latte.

Kritische Worte gab es nach dem Spiel von Vize-Kapitän Julian Renninger, der die Defensivleistung bemängelte. (Foto: Marcel Schweppe)

Beide Teams mit offenem Visier

Doch der Reihe nach: Zu Beginn der Begegnung agierten beide Parteien gleich mit offenem Visier. Schnelle Treffer der Hagener konterten die Auer all zu häufig mit direkten Gegentreffern, oft aus der schnellen Mitte. „Das müssen wir besser unterbinden, da hatten wir unsere Probleme mit“, analysierte daher auch Renninger nach dem Schlusspfiff, ehe er nachschob: „Überhaupt hat die Abwehr heute nicht so gut gestanden, wie es sein muss. Das müssen wir schnell abstellen.“

Bis zum Pausentee fand die Mannschaft von Trainer Niels Pfannenschmidt trotz der immer wieder auftretenden Schwächen in der Defensive immer besser in die Spur und setzte sich Treffer um Treffer ab. Mit dem Pausenpfiff erzielte Kress das 18:15 mit einem Strahl genau in den Winkel.

In Hagen haben zuletzt nicht all zu viele Mannschaften etwas mitgenommen.

„Wir hatten uns in der Kabine viel vorgenommen, wussten, dass wir hier am Ball bleiben müssen, denn in Hagen haben zuletzt nicht all zu viele Mannschaften etwas mitnehmen können. Das ist uns aber leider nicht gelungen“, bilanzierte Aues Trainer Stephan Swat nach dem Schlusspfiff. Dies bedeutete im Umkehrschluss, dass sich der VfL nach 120 Sekunden gar auf 20:15 abgesetzt hatte. Diese Führung verteidigten die Hausherren bis zur 47. Minute, als Kevin Roch beim 27:27 der Ausgleich gelang. Fortan ging es Hin und Her, wobei meist die Eintracht einen Treffer vorlegte.

Torwart verletzt, Tor kaputt

So auch in der 53. Minute, als Dragan Tubic auf Rechtsaußen aus spitzem Winkel einen Heber ansetzte, der zwar an den Pfosten tropfte, aber beim Rettungsversuch von Erik Töpfer zunächst pariert, dann aber in den Kasten befördert wurde – als der Schlussmann krachend mit dem Pfosten kollidierte. Minutenlang musste Töpfer behandelt werden, ehe ihn seine Mitspieler vom Feld geleiteten. Der Aufprall war derart heftig, dass das Tor Schaden nahm und erst repariert werden musste, bevor die Begegnung fortgesetzt werden konnte.

Schlussminuten ein echter Krimi

In den finalen Minuten war die Partie vollends zum Krimi mutiert. Erst glich Kress 35 Sekunden vor dem Ende zum 34:34 aus, 27 Sekunden vor dem Ende kassierte Dragan Tubic eine Zeitstrafe wegen eines Wechselfehlers. Die Überzahl wollte Aue ganz sicher nutzen, doch Jan von Boenigk spritzte in einen Parallelpass, spitzelte den Ball weg – und verpasste den „Steal“ nur hauchdünn, da der Ball ins Seitenaus trudelte, ehe er ihn sichern konnte.

Renninger gedankenschnell

Elf Sekunden vor dem Ende nahm Swat bei angezeigtem Zeitspiel einen Timeout und ordnete seine Farben neu. Gregor Remke war es dann vorbehalten, bei noch vier zu spielenden Sekunden mit einem sehenswerten Wurf zu vollenden. Während die EHV-Spieler jubelnd abdrehten schaltete Renninger gedankenschnell und nahm den Ball an der Mittellinie an, wo Phillip Jungemann ihn eine Sekunde vor dem Ende schlichtweg umrannte. Gemäß der Regeln bedeutete dieses Foul in den Schlusssekunden die rote Karte für Aues Kreisläufer – und den finalen Siebenmeter – mit dem bekannten Ende.

Wir haben es verpasst, den Sack zuzumachen.

„Wir haben es leider verpasst, den Sack zuzumachen. Wir hatten mehrere Situationen, in denen wir unser Überzahlspiel nicht genutzt haben. Dadurch konnte Aue überhaupt erst wiederkommen“, resümierte Pfannenschmidt nach dem Spiel.

VfL: Mahncke (12/1 Paraden), Jerkovic (n.e.); Lindner (n.e.), Kress (9/2), Tubic (3), Schneider (n.e.), Fauteck (1), Renninger (8), Konitz (5), König (n.e.), Saborowski (1), Waldhof, Bornemann, Mestrum (6/2), von Boenigk (1).

EHV: Wetzel (5 Paraden), Töpfer (4/1 Paraden); Schäfer, Meinhardt (2/2), Roch (4), Ebert, Bornhorn (3), Dumcius (4), Mägi (4), Faith (2), Koke (2), Neuteboom, Jungemann (4), Remke (7), Pechstein (3).

Siebenmeter: 6/4 – 3/2 (Kress wirft an die Latte, Mestrum scheitert an Töpfer – Neuteboom scheitert an Mahncke).

Zeitstrafen: 8 – 12 (Renninger 2x, Tubic 2x, – Jungemann 2x, Remke, Roch, Pechstein, Faith).

Rote Karte: Phillip Jungemann (60.).

Schiedsrichter: Christian Kroll und Emanuel Oliver Polke.

Zuschauer: 555 in der Arena am Ischeland.

3 Antworten

  1. Manfred Lippe

    Und warum der Trainer Nils Pfannenschmidt es nicht mal mit Sebastian Schneider probiert hat , oder auch mal zwischendurch den Torwart nicht gewechselt hat , dass bleibt sein Geheimnis. Für mich würde der Trainer gegen Emsdetten schon nicht mehr auf der Bank sitzen. Frohe Weihnachten.

  2. Königsblauer Knappe

    Unser VfL Eintracht hat gegen Aue eine nicht überzeugende Leistung gezeigt. Zu ideenlos im Angriff, zu langsam in der Rückwärtsbewegung und zu passiv in der Abwehr. Die Körpersprache des VfL wirkte defensiv und verzagt. Es gab keinen „Leader auf dem Feld. Der Push des allzeit unterstützenden Publikums zündete leider zu selten bei der Mannschaft.
    Ich habe ein „Dagegen-Halten“ und „Gegenwehr“ gegen eine tlw sehr harte Manschafft aus Aue vermisst.
    Am 2. Weihnachtstag möchte ich eine andere Hagener Mannschaft auf dem Feld sehen und würde mich freuen, wenn sich Jan vor dem Tor mehr trauen würde.
    Glück auf!

  3. EintrachtHagen

    Ein Hinweis von der Statistik-Front: Tobias Mahncke hat das Torwart-Duell mit 14:9 Paraden gegen die beiden Keeper aus Aue gewonnen. 14 ist sicherlich keine Glanzleistung, aber eine solide, ordentliche Zweitliga-Quote.

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