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VfL Eintracht Hagen – HF Springe 24:28 (14:12)

Gleich mehrere Serien hielten beim zweiten von sechs Spielen des Handball-Zweitligisten VfL Eintracht Hagen gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel, die der Verein vielsagend als „Wochen der Wahrheit“ deklariert hatte. Zunächst die wenigen positiven Komponenten: Zum einen knackten die Grün-Gelben erneut die 1000er-Marke, satte 1099 Zuschauer fanden den Weg in die Enervie Arena, was auch im vierten Heimspiel in 2016 einen vierstelligen Publikumszuspruch bedeutete. Zum anderen präsentierte sich die Defensive über weite Strecken der Partie als extrem sattelfest und nur schwer zu überwinden. Dies sollten aber spätestens ab der Auszeit des Mitaufsteigers HF Springe in der 39. Minute die wenigen Lichtblicke bei der Mannschaft von Trainer Lars Hepp bleiben, die nach der Niederlage gegen die Niedersachsen mehr denn je mit dem Rücken zur Wand und vor dem Abstieg in die 3. Liga steht. Die Handballfreunde hingegen bauten ihre beeindruckende Serie seit dem Trainerwechsel von Sven Lakenmacher zu Wjatscheslaw Gorpishin und Oleg Kuleschow auf sieben Spiele ohne Niederlage aus – mit 11:3 Punkten.

Der Reihe nach: Zu Beginn des Spiels war von der erwarteten „breiten Brust“ der Gäste, die von rund 70 Anhängern begleitet und unterstützt wurden, nicht viel zu sehen. Vielmehr agierte der VfL ohne jegliche Anzeichen von Verunsicherung. So blieb das einzige Manko, das sich Kapitän Jens Reinarz und Co. ankreiden lassen mussten, dass sie nicht mit einer höheren Führung in die Kabine gingen. Und auch nach dem Pausentee kamen die Gastgeber besser in Tritt als Springe, legten bis zum 18:14 und der darauffolgenden Auszeit der HF zwei weitere Treffer vor. Was danach passierte, verschlug sowohl den Fans als auch den Spielern und Offiziellen der Eintracht spürbar die Sprache, war auch weit nach dem Schlusspfiff nur schwer in Worte zu fassen. Die Hepp-Schützlinge gaben die Zügel nicht nur komplett aus der Hand, sondern agierten plötzlich, als lägen sie hinten und hätten kaum noch eine Chance auf den Sieg – also extrem verunsichert, nervös und hektisch. Als Beispiel dafür mag ein Tempogegenstoß gelten, bei dem der VfL-Spieler allein vor dem Tor in den Kreis trat. Es folgten trotz zweier Auszeiten von Hepp sage und schreibe zehn Treffer in Serie, ehe Julian Renninger den Bann mit dem 19. Treffer für sein Team brach – in der 54. Minute allerdings zu spät, um nochmals die Wende zu schaffen.

Entsprechend schwer fiel Hepp nach dem Schlusspfiff auch die Analyse. „In kämpferischer Hinsicht kann ich meiner Mannschaft keine Vorwürfe machen, aber es ist schwer zu erklären und begreifen, wie alles, was in einer Halbzeit funktioniert, plötzlich nicht mehr klappt – und das beinahe kollektiv“, resümierte Hepp. Die große Ausnahme aus dem Kollektiv war einzig Pavel Prokopec, doch auch er hätte seine Gala-Vorstellung nur zu gern gegen Zählbares eingetauscht. „Meine Leistung interessiert mich nach so einem Spielverlauf nicht. Ich bin sprachlos, dass wir so ein wichtiges Spiel innerhalb von 15 Minuten aus der Hand geben. Das darf uns einfach nicht passieren. Und jetzt stehen wir noch mehr unter Druck“, ließ der Tscheche kurz nach dem Schlusspfiff verlauten. Auch die mit ihm, Marc Strohl und Thomas Rink erneut extrem stabile Defensive war ihm kein Trost. „Tore müssen wir trotzdem werfen – und uns ein Spiel derart aus der Hand nehmen lassen sowieso nicht“, so Prokopec. Die einzige griffige Erklärung für den beinahe unerklärlichen Leistungseinbruch fand Hepp im mentalen Bereich: „Ich habe bereits zu einem frühen Zeitpunkt in der Saison gemahnt, dass die Saison noch verdammt lang und hart wird. Doch wie es nach einem erfolgreichen Start so ist – da wird so etwas dann schnell mal überhört. Und nun wird der Rucksack, den meine Jungs mit sich herumtragen, von Woche zu Woche schwerer.“ Deutlich positiver und simpler fiel die Analyse von Hepps Gegenüber aus. „Für uns ist es sicherlich einfacher. Trotz des Rückstandes sind wir ruhig geblieben, und haben daran appelliert, dass die Jungs weiter an sich glauben und hart arbeiten – was nach ein paar Siegen und Unentschieden auf jeden Fall einfacher ist“, lautete das Fazit Gorpishins.

Den Einwurf, dass seinen Farben diesmal die Impulse von der Bank fehlten, wollte Hepp so nicht vollends gelten lassen. „Wir haben bestimmt schon mehr Impulse von der Bank erhalten, das ist richtig. Aber generell war es passend zum Spiel so, dass wir in der ersten Halbzeit einige tolle Aktionen von Einwechselspielern gesehen haben – was dann im zweiten Abschnitt alles in die Hose gegangen ist“, erklärte Hepp. Dennoch vermissten die Grün-Gelben ihre beiden Führungsspieler Jürgen Müller (Knöchelverletzung) und Sebastian Schneider (Oberkörperverletzung) schmerzlich – Müller, da Tobias Mahncke zwar ordentlich, aber eben auch nicht herausragend hielt, David Ferne ihn aber nicht ansatzweise entlastete. Schneider, weil er der einzige Spieler im Kader bleibt, der ein „einfaches“ Tor erzielen kann, auch wenn sein Vertreter Strohl sicherlich einer der wenigen Lichtblicke im Spiel seines VfL war.

VfL: Mahncke (13 Paraden), Ferne; Fridgeirsson (1), Tubic (1), Rink (1), Renninger (2), Strohl (3), Aschenbroich (3), Reinarz (4/3), Kraus, Ciupinski, Prokopec (7/4), Hinkelmann, von Boenigk (2).

HSG: Wetzel (13/1 Paraden), Wendland (3 Paraden); Eichenberger (4), Coors (4), Bosy, Fauteck (6), Schüttemeyer (3), Hinz (6/3), Pietak, Halilbegovic, Ossenkopp. Pollex, Tesch (5).

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