#wirsindeintracht

VfL Eintracht Hagen – TSV Bayer Dormagen 28:21 (14:12)

Vor dem wegweisenden Spiel des VfL Eintracht Hagen gegen den Lokalrivalen TSV Bayer Dormagen im Abstiegskampf war nach vier sieglosen Auftritten extern Kritik an den Leistungen der Torhüter der Gastgeber aufgekommen. Nach dem Spiel war diese Kritik nur noch einmal kurz Thema, als der Verein vor dem regulären Start der Pressekonferenz in einem Statement mitteilte, dass man mit seinen Torhütern sehr zufrieden sei, um deren Stärken wisse – und gutes Torwartspiel in einer Wechselwirkung mit der Leistung der Vorderleute steht. Prinzipiell hätte aber auch Jürgen Müllers Leistung allein als Statement ausgereicht. Hinter einer ausgezeichneten, extrem aggressiven und engagierten Defensive – Hagen kassierte doppelt so viele Strafminuten wie die Gäste – avancierte Müller mit seinen grandiosen Reflexen zum Matchwinner, entschärfte mehr als die Hälfte der Würfe, die den Weg auf sein Gehäuse fanden. „Wir haben heute in der Abwehr gemeinsam sehr stark gearbeitet, das war der Schlüssel zum Erfolg“, analysierte Müller nach dem Schlusspfiff gewohnt bescheiden. Auch für Co-Trainer Rainer Hantusch war die Defensive der Schlüssel zum Erfolg: „Wenn wir weiter so decken, dann werden wir viel Spaß zusammen haben“, erklärte der Hüne vielsagend.

Vor der bisherigen Saison-Rekordkulisse von 900 Zuschauern erwischte der VfL einen Blitzstart, führte nach dem Treffer von Pavel Prokopec mit 8:4 (14.). Danach wurde es kurios, denn obwohl wenige Minuten später Dormagens Kapitän und Abwehrchef Dennis Marquardt mit einer schweren Schulterverletzung ausfiel geriet der Hagener Motor ins Stottern, während die Gäste reichlich Fahrt aufnahmen und sogar mit 10:9 in Führung gingen (22.). Im Anschluss bewies die Eintracht aber, dass Trainer Lars Hepps Einschätzung, dass die Mannschaft sich immer gefestigter präsentiert, zutreffend ist. Ohne Anzeichen von Verunsicherung spielten Kapitän Jens Reinarz und Co. ihr Pensum herunter und gingen nach einigen schönen Spielzügen mit einer verdienten Zwei-Tore-Führung in die Kabine. Allerdings kamen die Gäste besser aus der Kabine, legten sogar auf 16:15 vor (40.), ehe ein Hattrick von Sebastian Schneider zum 23:18 die Vorentscheidung bedeutete. „Am Ende ist der Sieg dann sicherlich ein paar Tore zu hoch ausgefallen, Dormagen war lange Zeit ein ebenbürtiger Gegner“, erklärte Hepp nach dem Schlusspfiff. Mit der Vorstellung seiner Schützlinge zeigte er sich indes sehr zufrieden, verteilte aber trotzdem Extralob an Matthias Aschenbroich, der nach einigen holprigen Auftritten extrem stark agierte, und Marc Strohl, der trotz seiner jungen Jahre ein immer wichtigerer Faktor in der Defensivarbeit wird. Hepp selbst war nach dem Schlusspfiff „total durch den Wind“ – hatte aber an der Seitenlinie auch Höchstleistung zu vollbringen, schließlich fehlten zu Wochenbeginn viele Spieler grippegeschwächt oder angeschlagen. Letztlich sollte aber die breitere Bank ebenso entscheidend sein wie Hepps taktische Schachzüge – personell wie spieltechnisch. Nicht zum Einsatz kam indes Neuzugang Patrik Kvalvik. „Das war aber eine reine Vorsichtsmaßnahme, er hat sich im Essen-Spiel eine Blessur zugezogen. Mitte des zweiten Abschnitts hatte ich überlegt ihn reinzuwerfen, aber dann ging es auch so“, berichtete Hepp. Bayer-Trainer Jörg Bohrmann fand indes deutliche Worte, zeigte sich extrem enttäuscht von der Leistung seiner Farben – und wollte auch nicht das Fehlen von Stammkeeper sowie den Ausfall Marquardts gelten lassen: „Das sind alles nur Ausreden – und die gibt es bei den kommenden Spielen nicht.“

Dennoch bleibt der Hepp-Sieben keine Zeit zum Durchschnaufen: Am Freitag geht es mit dem Gastspiel beim SV Henstedt-Ulzburg weiter, am Sonntag gastiert der HC Empor Rostock mit dem Sohn von Vereinslegende Roman Becvar in der Enervie Arena. Keine Zeit also, sich auf den Lorbeeren auszuruhen – zumal sich die Tabellensituation trotz des Sieges kaum gebessert hat. Obwohl die Bilanz des Aufsteigers mit 9:11 Punkten sehr stark ausfällt trennen die Grün-Gelben nur drei Zähler vom ersten Abstiegsplatz, den Dormagen inne hat.

Eintracht: Müller (22/2 Paraden), Mahncke (bei einem Siebenmeter); Fridgeirsson (1), Kvalvik (n.e.), Tubic (1), Schneider (6), Rink, Renninger (3), Strohl, Aschenbroich (4), Reinarz (3), Kraus, Prokopec (8/7), von Boenigk (2).

Bayer: Jäger (12 Paraden), Genz (bei einem Siebenmeter); Bettin (5), Genz (2), Eisenkrätzer, Linnemannstöns, Doetsch (4/3), Kübler (2), Damm (6/1), Strosack (2), Hüter, Marquardt, Basic, Pinnonen.

Sag was dazu! Kommentar hinterlassen....

*

Wir danken unseren Sponsoren