Vorschau: HC Rhein Vikings – VfL Eintracht Hagen (Samstag, 19 Uhr, Castello)

Extrem angespannt gestaltete sich die Personalsituation bei den Handballern des VfL Eintracht Hagen zu Beginn der Trainingswoche. „Wir hatten fünf Grippekranke, dazu einige angeschlagene Spieler. Da musste ich erst einmal trainingsfrei geben, weil praktisch alle krank waren“, berichtet Cheftrainer Niels Pfannenschmidt seufzend. Alles andere als beste Voraussetzungen also vor dem Lokalduell mit dem HC Rhein Vikings in der 2. Bundesliga.

Defensive und Torhüter der Schlüssel zum Erfolg

Doch der Ostwestfale verweist direkt auf Licht am Ende des Tunnels: „Stand heute haben abgesehen von unseren Rekonvaleszenten Jan-Lars Gaubatz und Tim Lindner alle Spieler signalisiert, dass sie am Wochenende dabei sein werden.“ Speziell die Rückkehr von Abwehrchef Dominik Waldhof verleiht den Grün-Gelben mehr Stabilität und Flexibilität in der Defensive – die nach Pfannenschmidts Einschätzung der elementare Faktor in dem Duell zweier punktgleicher Aufsteiger sein wird.

 

Die Rückkehr von Abwehrchef Dominik Waldhof gibt seinen Farben eine höhere taktische Flexibilität in der Defensive. (Foto: Marcel Schweppe)

 

„Wir brauchen eine gute Abwehr, die Torwartleistung dahinter wird sehr wichtig sein, denn wir brauchen in dieser Partie den Gegenstoß unbedingt. Es werden am Ende Kleinigkeiten sein, die in diesem Spiel über Sieg oder Niederlage entscheiden“, analysiert der 43-Jährige. Angesichts der Personalprobleme stand der Trainer vor einer echten Herausforderung: „Wir sind geschwächt und müssen sehen, wie wir das kompensieren können. Es ist zwar toll, dass wahrscheinlich alle dabei sind. Aber es ist alles andere als eine optimale Vorbereitung. Daher müssen wir die verbleibenden Einheiten nutzen, um die Mannschaft intensiv auf den Gegner vorzubereiten.“

Jedoch gestaltet sich diese Aufgabe schwieriger, als erwartet, da die Vikings ihrerseits ebenfalls große personelle Probleme haben. So riss sich Brian Gipperich bei der deftigen Heimpleite gegen die HBW Balingen-Weilstetten das Kreuzband. Zudem fehlten zuletzt mit Miladin Kozlina und Heider Thomas (Adduktorenverletzung) zwei immens wichtige Akteure im Defensivverbund. Und auch Führungsspieler Christian Hoße kehrte erst zur vorigen Partie gegen den Dessau-Roßlauer HV in den Kader zurück, ist aber nach einer Fußverletzung noch nicht wieder bei 100 Prozent.

Viertbeste Defensive, aber schwächster Angriff der Liga

„Das verlängert die Vorbereitungszeit. Es ist nicht so einfach, da wir nicht genau wissen, wer aufläuft – und sich ohne Kozlina und Thomas auch häufiger die defensive Ausrichtung ändert“, erklärt Pfannenschmidt, der dennoch in die Trickkiste greifen will: „Wir werden uns etwas einfallen lassen.“ Trotz der (potenziellen) Ausfälle von Kozlina und Thomas bleibt die Defensive das Prunkstück der Düsseldorfer: Mit 648 Gegentreffern stellen sie die viertbeste Hintermannschaft der Liga. Dies ist nicht allein Verdienst des Innenblocks, in dem Kapitän Bennet Johnen eine weitere Säule ist, sondern auch von Torhüter Vladimir Bozic, der zu den Besten der Liga zählt.

Offensiv brennen die Vikings indes selten ein Feuerwerk ab: Mit 586 erzielten Treffern stellen sie den schwächsten Angriff der Liga, haben als einziges Team weniger als 600 Tore erzielt – und liegen 58 „Netze“ hinter der zweitschwächsten Offensive (Eintracht Hildesheim). In der Rückrunde haben die Gastgeber erst 3:11 Punkte geholt, die Eintracht steht hier bei 8:6 Zählern. Dies darf aber keineswegs über die hohe individuelle Klasse des HC hinwegtäuschen, wie Pfannenschmidt betont. So haben Allrounder Hoße, Spielmacher Daniel Pankofer, Kreisläufer Teo Coric und vor allem Rückraum-Ass Alexander Oelze reichlich Erfahrung in der Bundesliga gesammelt – und Letztgenannter fand sich schon häufiger in der Spitzenregion der Torschützenliste wieder, sowohl im Oberhaus als auch in der Beletage.

Wir gehen mit einem guten Gefühl in das Spiel.

Nicht zuletzt daher erwartet Pfannenschmidt „ein enges Spiel“, in dem es darauf ankommen wird, „cool zu bleiben, bei den Emotionen, die in einem Derby zu erwarten sind.“ Trotz der jüngsten Niederlage gegen den HSC 2000 Coburg gehen die Hagener „mit einem guten Gefühl“ ins Spiel: „Wir haben wieder ein Spitzenteam am Rande der Niederlage gehabt. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben viele gute Sachen gezeigt, gehen deshalb mutig in die Begegnung mit den Vikings“, unterstreicht Pfannenschmidt abschließend.

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