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Wenn der Diskus schmerzt – Julian Renningers erfolgreiche Odyssee zur Erfüllung des Zweitliga-Traums

Das Bild zeigt PraxisRenniger PhysioMedinhaber Steffen Barth, Kreisläufer Julian Renninger und VfL-Chef-Physiotherapeuten Dirk Schmelter. Foto: Sebastian Mühleis.

Die schwere Achillessehnenverletzung von Neuzugang Milan Weißbach traf den Handball-Zweitligisten VfL Eintracht Hagen bis ins Mark, doch es hätte auf der Position des Kreisläufers noch weitaus schlimmer kommen können für die Grün-Gelben. Bereits Ende vergangener Saison plagte sich Julian Renninger mit starken Schmerzen am Außengelenk seiner Wurfhand herum, eine Verletzung des wenig bekannten Diskus. Nach dem packenden Saisonfinale, gekrönt von dem Aufstieg in die 2. Bundesliga, musste die Hand gar stillgelegt werden. „Das war schon komisch. Bei dem Aufstiegsturnier war eigentlich alles in Ordnung. Es war fast so, als wäre erst nach dem Spannungsabfall alles hochgekommen“, erinnert sich Renninger. Pünktlich zur Saisonvorbereitung stand der 21-Jährige aber wieder auf der Platte, die für ihn die Welt bedeutet. „Ich wollte eigentlich immer Handballprofi werden, seitdem ich denken kann“, bekannte der Solinger am Rande des f.a.n. Frankenstolz Cups in Kleinostheim als Antwort auf die Frage, was denn sein Traumberuf sei. Doch kurze Zeit nach dieser Aussage schien der Traum einen ersten herben Dämpfer zu erhalten, denn die Schmerzen kehrten wieder – und zwar in einem Ausmaß, das handballspezifische Übungen weitestgehend unmöglich machte, einen Einsatz zu Saisonbeginn in weite Ferne rücken ließ.

Fortan war der Stammplatz in Arztpraxen verlegt, eine einheitliche Diagnose erhielt Renninger allerdings nicht. „Das war eine sehr frustrierende Zeit. Vor allem nervt es, wenn man jeden Tag hört, dass man am nächsten Tag eine eindeutige Angabe bekommt, was es ist und wie es behandelt werden muss – und es dann doch nicht passiert.“ Einzige Übereinstimmung schien nach weiteren Untersuchungen die Aussage zu sein, dass eine Operation unumgänglich sei. An dieser Stelle kam VfL-Kooperationspartner Physiomed Steffen Barth in Hagen mit Chef-Physiotherapeut Dirk Schmelter und Praxisinhaber Steffen Barth ins Spiel. „Generell ist es so, dass zu schnell operiert wird. Das hat leider häufig einen kommerziellen Hintergrund. Wir sind aber der Meinung, dass vor einer Operation immer erst konservative Therapien in Erwägung gezogen werden sollten. Denn: Falls ein Sportler nicht richtig behandelt wird, fällt er unter Umständen Monate aus. Das ist dann nicht gut für den Kopf, die Psyche. Es geht ja nicht nur um eine Hand, ein Knie oder eine Achillessehne – es geht immer um den ganzen Menschen“, erläutert Barth mit Hinblick auf seinen ganzheitlichen Ansatz, der eine Differentialdiagnostik beinhaltet und bei Renninger zum Einsatz kam. „Die Idee ganzheitlich zu denken und auch zu therapieren hat sich bei Steffen Barth in seiner Zeit als Leistungssportler im Ringen und Gewichtheben manifestiert – und seit rund 35 Jahren lässt er seine Patienten daran teilhaben. Bei Therapie spielt Muskulatur immer eine Rolle, daraus entstand der Antrieb zu sagen, dass wir nicht immer nur mit den Händen am Patienten arbeiten wollen, was letztlich zur Entwicklung der modernen Rehabilitation führte. In diesem Bereich ist Steffen Barth sicherlich einer der Pioniere – und das ganze System lässt sich auch immer mehr auf den Otto-Normalverbraucher übertragen“, erklärt Schmelter, der stolz darauf verweist, dass die Zusammenarbeit der verschiedensten Berufsgruppen – nach dem ganzheitlichen Ansatz arbeiten bei Physiomed Steffen Barth etwa Ärzte, Physiotherapeuten, Sportlehrer, Ergotherapeuten, Psychologen oder Ernährungsberater zusammen – höchst erfolgreich verläuft.

So auch bei Renninger, der nach Wochen der schlechten Laune bereits zwei Tage nach Behandlungsbeginn wieder strahlte. „Dirk Schmelter hat mir nicht nur gesagt, dass keine Operation nötig ist, sondern auch, dass ich kurze Zeit nach Behandlungsbeginn schmerzfrei sein werde und spielen kann“, berichtet Renninger mit einem breiten Grinsen. Verständlich, denn: „Wir hatten nach drei bis vier Tagen bereits den Fortschritt, dass abzusehen war, dass wir mit der Einschätzung ‚keine Operation nötig’ richtig lagen“, erläutert Schmelter. Angesichts der schweren Verletzung von Weißbach, die knapp zwei Wochen nach Renningers Rückkehr in den Trainingsbetrieb passierte, ein echter Glücksfall für Trainer Lars Hepp, dem sonst von ursprünglich drei Kreisläufern mindestens bis Ende September einzig Thomas Rink zur Verfügung gestanden hätte. „Ich bin einfach überglücklich, denn es konnte ja auch keiner sagen, wie lange ich nach der Operation gebraucht hätte um wieder bei 100 Prozent zu sein. Vor allem wäre ich aber definitiv erst einmal sechs Wochen ausgefallen“, sagt Renninger kopfschüttelnd. Wie war es aber möglich einen Spieler so schnell wieder schmerzfrei auf die Platte zu bekommen, bei dem eine Operation unumgänglich schien? „Wir gehen bei unserer Analyse weg vom Symptom hin zur Ursache und stellen uns die Fragen, warum eine Zelle am besten in Ruhe heilen, warum alles stillgelegt werden sollte. Unserer Ansicht nach heilt es am besten, wenn man abwägt um welche Verletzung es sich handelt – und was man dem Sportler sagt, welche Begriffe man in den Gesprächen wählt. Denn es spielt sich viel im Kopf ab, das beginnt bereits mit der Behandlung auf dem Spielfeld“, erklärt Barth. Er selbst bittet speziell Sportler „sag nichts, ich finde selbst heraus worum es geht.“ Diese Methode griff bei Renninger bestens, allerdings war er zu Beginn auch ein wenig verwundert, denn Barth und Schmelter untersuchten alle Muskeln, Sehnen, die Wirbelsäule und mehr – organisch, neurologisch, psychologisch. Bei Renninger bedeutete dies beispielsweise Sitzungen mit Strom- oder Laserbehandlungen. „Es wird neben der Behandlung der Hand zugleich der ganze Körper angeregt, damit er die Hand unterstützt. Überflüssiges Blut wird abtransportiert, damit sich die Verletzung nicht nachhaltig manifestieren kann. Diese Bewegung bringt einen enormen Heilungsprozess, frisches Blut hin, altes weg – da kannst Du praktisch zugucken, wie die Hand heilt“, analysiert Barth, zu dessen Geheimrezept in Renningers Fall auch gehörte die Hand in Silberfolie zu tapen. Bei Barths Hinweis auf einen weiteren wichtigen Faktor in seinem Heilungsprozess muss Renninger erneut schmunzeln: „Er durfte bei uns sofort alles machen – außer sich mit der Hand abstützen. Und als ihn dann auch noch unsere Damen mit ihrem speziellen Charme behandelt haben, da war dann auch klar, dass er am kommenden Wochenende wieder spielen kann“, sagt Barth augenzwinkernd – trotz aller Erfahrung und Professionalität weiß er eben, dass ein gutes, positives Gefühl des Athleten für die Genesung ebenso wichtig ist, wie die physische Konstitution.

Das ist der Diskus

Für Laien erläutert Dirk Schmelter wie folgt, was der Diskus ist: „Der Diskus ist ein ausgleichendes Teil im Handgelenk, eine Art kleine Scheibe. Er wird bei Belastung immer wieder Hin und Her bewegt. Da es speziell beim Handball viel Kontakt gegen die Hand gibt, kann der Diskus in Teilen einreißen oder auch anderweitig beschädigt werden.“ Bei Julian Renninger lag ein Teilriss des Diskus vor.

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